Vermittlung

1. Worauf wir achten

Unsere Katzen werden ausschließlich in Wohnungshaltung mit gesichertem Balkon und/oder katzensicherem Garten vermittelt. Falls mal ein:e Freigänger:in dabei sein sollte, ist das im Steckbrief der Katze vermerkt.

Unsere Katzen haben zum größten Teil schreckliche Entbehrungen erlebt, deshalb möchten wir, dass sie ein Zuhause bekommen, in dem sich alle bewusst sind, dass ein Tier mit Vergangenheit und vielleicht auch gesundheitlichen Einschränkungen einziehen wird. 

Wir vermitteln unsere Katzen nur als Pärchen oder zu einer vorhandenen gleichaltrigen Katze. Kitten werden ebenfalls nur paarweise oder zu gleichaltrigen Kitten vermittelt. Die wenigen Ausnahmefälle, in denen wir in Einzelhaltung vermitteln, sind entsprechend gekennzeichnet. 

Bei uns wird das Thema Vergesellschaftung von Katzen GROSSGESCHRIEBEN und ist auch Teil des Schutzvertrags. Wir sind zuversichtlich: Wenn Sie neben Zeit und Geduld noch ein paar Kleinigkeiten umsetzen, wird einer erfolgreichen Vergesellschaftung in den meisten Fällen nichts im Wege stehen. Wir unterstützen Sie dabei gerne. 

2. Vorbereitungen und Vorüberlegungen

Bitte überlegen Sie genau, ob Sie Zeit, Geduld und die finanziellen Mittel (Futter, Tierarztkosten, Versicherung) aufbringen können und möchten. Die Versorgung der Katze/n während eines Krankenhausaufenthalts oder im Urlaub muss gewährleistet sein.

Bedenken Sie auch, dass Sie bei Änderungen von Arbeitszeiten, Familiengründung, Umzug oder auch Trennung immer genug Zeit und Platz für eine Katze haben müssen, um langfristig eine artgerechte Haltung garantieren zu können. Alle Familienmitglieder müssen mit der Anschaffung von einer oder mehreren Katzen einverstanden sein. Katzenhaarallergien sollten nach Möglichkeit ausgeschlossen werden.

Interessent:innen, die zur Miete wohnen, benötigen eine schriftliche Einverständniserklärung des Vermieters, dass die Haltung von Katzen erlaubt ist.

3. Transport & Schutzgebühr

Die Katze wird mit einem Tier-Transporteur von Spanien nach Deutschland gebracht. Hierbei handelt es sich um einen reinen Katzentransport um die Tiere nicht zusätzlich zu stressen. Es werden verschiedene Haltepunkte in Deutschland angefahren, dort muss die Katze von dem:der Adoptant:in abgeholt werden. Auch können die Katzen per Flugzeug nach Deutschland reisen. Dazu suchen wir Flugpat:innen. Aufgrund der Pandemie ist der Transport per Flugzeug derzeit äußerst schwierig. 

Wir erheben pro Katze eine Schutzgebühr in Höhe von 150 EUR zzgl. 100 EUR Transportkosten-Pauschale. 

4. Rückgabe

Wir haben kein Tierheim in Deutschland und nur begrenzte Möglichkeiten, um Rückläufer in Pflegestellen unterzubringen. Bitte berücksichtigen Sie das in Ihrer Entscheidung, die Katzen werden es Ihnen danken!

5. Vorkontrolle

Wir vermitteln nur nach positiver Vorkontrolle vor Ort (keine Videocalls).

6. Krankheiten

Die eine oder andere Katze hat eventuell eine Augenentzündung vom Transport, Durchfall vom Stress etc. Bevor Sie zum Tierarzt gehen und damit die Katze kurz nach dem Transport noch mehr Stress aussetzen, kontaktieren Sie uns direkt! Wir können Ihnen mit ein paar Tipps und Beratung helfen.

FIV (Felines Immundefizienz-Virus/Katzen-AIDS)

Wir haben natürlich auch Katzen, die mit FIV (Katzen-AIDS) infiziert sind. Trotz dieser Krankheit kann ein FIVI (so nennen wir liebevoll die FIV-Katzen) mit entsprechender Fürsorge auch sehr alt werden. 

FIV kann im Speichel und Blut der Katzen nachgewiesen werden. Die Hauptübertragung erfolgt daher vermutlich über Bisse bei z. B. Revierkämpfen. Eine Übertragung von Katzen an ihre Katzenwelpen im Mutterleib oder später durch die Muttermilch ist extrem unwahrscheinlich.

Am häufigsten infizieren sich Freigängerkatzen, die viele Artgenossen in ihrer Gegend finden. Kater sind besonders häufig betroffen (ca. 70% aller infizierten Katzen sind männlich), das erklärt sich durch aggressiveres Revierverhalten. Das Risiko verstärkt sich bei unkastrierten Katzen. Die stärkste Risikogruppe sind also unkastrierte, freilaufende Kater. Eine reine Wohnungskatze ist kaum gefährdet.

Eine Ansteckung mit FIV ist nur unter Katzen möglich, Hunde oder andere Tierarten können sich nicht infizieren. Ohne den Katzenwirt ist das Virus nur wenige Sekunden bis Minuten überlebensfähig. Zudem kann es durch übliche Reinigungs- und Desinfektionsmittel unschädlich gemacht werden. 

Mittlerweile lebt die eine oder andere FIV-Katze sogar mit gesunden Tieren zusammen. Bei einer richtigen Auswahl der Tiere und einer langsamen Vergesellschaftung ist das kein Problem mehr. Eine Ansteckung erfolgt wie bereits beschrieben hauptsächlich bei (blutigen) Kämpfen.

Sprechen Sie uns gerne an, vielleicht kommt für Sie ein FIVI in Frage?!

FeLV (Katzenleukose)

Leukose, auch Katzenleukämie genannt, ist eine ansteckende Erkrankung mit einem schleichenden Verlauf, die ab einer bestimmten Krankheitsphase leider meist tödlich endet. Sie bleibt oft lange unentdeckt. Aufgrund der Komplexität der Erkrankung kann es zu sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern und Symptomen kommen. Der Auslöser der Leukose ist das Feline Leukämie-Virus – kurz FeLV – gehört zur Gruppe der Retroviren.

Das Feline Leukämie-Virus ist weltweit verbreitet. Die Ansteckung erfolgt über die Schleimhäute von Maul und Nase oder im Sonderfall bei vorhandenen Wunden. Es muss direkt infektiöses Material (meistens Speichel oder Blut, Kot und Urin sind auch möglich) aufgenommen werden. Die Ansteckung erfolgt in der Regel bei geselligem Kontakt wie dem gegenseitigen Putzen oder bei Revierkämpfen bei Freigänger-Katzen. Außerhalb des erkrankten Tieres, zum Beispiel in Näpfen oder Trinkbrunnen, ist das Virus bei Zimmertemperatur nur wenige Minuten überlebensfähig. Aufgrund dieser Tatsache ist auch eine Ansteckung von Wohnungskatzen durch menschliches Einschleppen des Virus an Schuhen oder Kleidung relativ unwahrscheinlich. Allerdings wird dieser Punkt unter Fachleuten noch immer kontrovers diskutiert. Trächtige Katzen können die Infektion an ihren Wurf weitergeben, es müssen dabei jedoch nicht alle Geschwister infiziert werden.

Leukose kann sich auf verschiedene Arten im Körper manifestieren, häufig tritt sie auch zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Folgende Symptome können auf eine Infektion hindeuten:

  • Fressunlust
  • Abmagerung
  • Lustlosigkeit
  • vermehrter Schlaf
  • mattes, stumpfes Fell
  • übermäßiges Trinken
  • Zahnfleischentzündung
  • schlecht heilende Wunden und Abszesse
  • Gelbsucht
  • Fieberschübe
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Blut im Kot
  • Katzenschnupfen
  • Entzündung des Rachenraumes
  • Lungenentzündung
  • Atemnot
  • Blutarmut (Anämie)
  • vermehrte oder verminderte weiße Blutkörperchen (Leukozyten)
  • Lymphknotenschwellungen
  • Lymphosarkome (Tumore der lymphatischen Organe)
  • Tumore der inneren Organe
  • Nierenerkrankungen
  • Lebererkrankungen

Alle Symptome können auch bei vielen anderen Krankheiten auftreten, sie sind kein eindeutiges Anzeichen für eine Katzenleukämie. Die Diagnose einer Leukose ist nicht immer einfach oder eindeutig, ein erfahrener Tierarzt ist hier von großem Vorteil.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie einem Leuki noch eine Chance auf eine liebevolle Zeit geben. Sprechen Sie uns an, wir klären gerne auf.


Wir stehen Ihnen bei Ihrer Entscheidung mit Rat und Tat zur Seite. Zögern Sie nicht und sprechen Sie uns an!


Bitte bedenken Sie, dass wir uns alle ehrenamtlich engagieren und somit nur zu bestimmten Zeiten erreichbar sind. Wir vermitteln nicht nach Österreich oder in die Schweiz.

Die neue Katze kommt an: Eine kleine Anleitung

Unsere Katze kommt heute in ihrem neuen Zuhause an. Nach der langen Reise wird das Tier sehr gestresst sein und sollte erst einmal in einem Raum mit geschlossener Tür, Futter, Wasser und einem Katzenklo untergebracht werden. In der kalten Jahreszeit sollte der Raum vorgewärmt sein.

So sehr Sie es sich wünschen, den neuen Hausbewohner gleich kennenzulernen: Lassen Sie ihm mindestens 24 Stunden, um in Ruhe anzukommen, und versuchen Sie nur wenn nötig den Raum zu betreten.

Für unsere Katzen bedeutet ein neues Zuhause: fremdes Klima, fremde Sprache, fremde Gerüche!

Sollten bereits eine oder mehrere Katzen bei Ihnen leben und es zieht eine weitere Katze ein, muss folgendes beachtet werden:

Es muss ein separater Raum als Rückzugsort zur Verfügung stehen. Dieser sollte durch eine Gittertür/Fliegengittertür gesichert sein. So haben die vorhandenen Hausbewohner die Möglichkeit, sich langsam anzunähern, und fühlen sich nicht überrumpelt. Auch die neue Katze hat ihren sicheren Rückzugsort und kann ohne Furcht die Bekanntschaft mit den anderen Fellnasen machen.

Es sollte an der Tür gefüttert und auch gespielt werden. Leckerlis sind hier eine große Motivation. Ab Tag 3 sollte das Revier getauscht werden. Als Schleuse, damit dies unblutig geschieht, das Badezimmer oder einen Raum in der Nähe des Zimmers vom Neuankömmling nutzen. Die neue Katze darf dann in den Rest der Wohnung/des Hauses und die vorhandenen Katzen sollten in das Zimmer des Neuankömmlings. Das Ganze mal für 2-3 Stunden versuchen und entsprechend zurück tauschen. 

Wichtig ist hierbei: Ruhe bewahren. Sollten die Katzen nicht mitspielen und die Räume nicht verlassen wollen, dann auf den nächsten Tag verschieben und unaufgeregt versuchen, die Katzen in die entsprechenden Räume zu locken. Hier helfen Leckerlis sehr. Zwischendurch immer die Decken tauschen, sodass sich die Gerüche verteilen.

Wenn sich nach einiger Zeit alle freundlich mit aufgerichtetem Schwanz an der Gittertür treffen, kann man die Tür für einen Spalt öffnen und die beiden Parteien dürfen sich beschnuppern. Wenn auch das ohne Gefauche oder Geknurre funktioniert, kann man versuchen, alle Katzen zusammen zu lassen. Das entscheiden Sie. 

Sollte es trotz freundlicher Vorzeichen zu Kämpfen kommen, bitte wieder separieren und das Ganze von vorne wiederholen. Dann brauchen die Fellnasen noch etwas mehr Zeit, sich kennenzulernen. Auch gehören Rangeleien und Streit zum Zusammenleben dazu. Wenn dies aber täglich und eventuell blutig ausgeht, sollte ein:e Tierpsycholog:in eingeschaltet werden.

Weitere Informationen zum Thema Tierpsychologie gibt es z. B. hier:
Tiercouch – Heike Grotegut – Katzenpsychologie, Verhaltensberatung

Wir stehen Ihnen auch nach der Adoption gerne mit Rat und Tat zur Seite und bitten Sie, uns bei Problemen direkt zu kontaktieren. Bitte bedenken Sie, dass eine Vergesellschaftung nicht in drei Tagen erledigt ist. Jedes Tier hat unterschiedliche Lebenserfahrungen und die eine oder andere Katze braucht vielleicht auch ein paar Monate, um richtig anzukommen. Bitte planen Sie einen längeren Zeitraum ein, denn die Tiere sind auf Ihre Geduld angewiesen. Nur so können Sie dafür sorgen, dass es ein Happy End gibt.

Hilfsmittel beim Vergesellschaften

  • Zylkene Kapseln (längerfristige Eingabe nötig)
  • Feliway Friends
  • mehrere Katzentoiletten
  • neues Spielzeug